Eine Anti-Kondenswasser-Kampagne in der Gartensternwarte

Die Gartensternwarte steht, aber fertig ist sie deshalb noch lange nicht. Ein Problem das ich aktuell Versuche anzugehen, ist der Kampf gegen das Kondenswasser. Haben sich doch in den Morgenstunden kleine Tautröpfchen an der Innenseite der Kuppel gebildet. Das geht natürlich gar nicht und muss umgehend und rigoros bekämpft werden. Da mir aber der Gedanke mein Teleskop jedesmal mit einem Baumwolltuch abzudecken missfiel und dadurch ja auch die restliche Technik nicht geschützt wäre, musste in irgendeiner Form eine andere Lösung her.

Wenn nicht jetzt, wann dann?

Da mein Meade für einige Tage in Reparatur war, wobei das Wort Tuning vermutlich besser passen würde, hatte ich genügend Platz in der Gartensternwarte um mich der Herausforderung Tautropfen zu widmen.

Nach einer stundenlangen Internetrecherche schien die einzige hundertprozentige Lösung darin zu bestehen, eine Heizung einzubauen. Wenn man die innere Temperatur der Warte ein wenig über der Außentemperatur hält, kann sich im inneren auch kein Kondenswasser bilden. Das ist zwar toll, aber eine stromfressende Heizung ist eigentlich das letzte was ich einbauen möchte. Es soll aber auch andere Möglichkeiten geben und zwei davon habe ich mir ausgesucht.

Lösung Nummer 1: Das Antikondensvlies

Der erste Lösungsansatz bestand darin die Kuppel mit einem selbstklebenden Antikondensvlies(*) zu bekleben. Das Antikondensvlies hat die Aufgabe das sich bildende Kondenswasser festzuhalten und später an die trockenere Luft wieder abzugeben.

Das anbringen eines solchen Antikondensvlies war dabei die größte Herausforderung. Das Vlies ist zwar bis zu einem bestimmten Grad dehnbar, aber für eine Kugel reicht die Dehnung nicht. Ich habe wirklich alles probiert, aber letzten Endes musste ich etliche 30cm Streifen anfertigen und diese überlappend anbringen.

Nach knapp 4 Stunden schneiden, blasenfrei andrücken und etwas fluchen war die Kuppel mit dem selbstklebenden Vlies ausgekleidet. Der kleine nicht beklebte Rest muss so bleiben wie es ist. Ich sehe keine Möglichkeit auch diesen zu bekleben.

Übrigens, dass Vlies an sich klebt wie die Hölle. Nur ein kurzer Kontakt zwischen den Klebestellen und man kann den ganzen Abschnitt in die Tonne treten.

Lösung Nummer 2: Die Holzvertäfelung

Die nächste Lösung war Holz! Holz selber besitzt die Fähigkeit der Ausgleichsfeuchte, sprich es nimmt überschüssige Feuchtigkeit auf und gibt sie wie das Antikondensvlies später wieder ab. Jetzt klingt Holz anbringen relativ einfach, aber auch Profilholz (Nut und Feder Bretter) benötigen eine Unterkonstruktion und diese muss ja in die Form der runden Sternwarte passen.

Ursprünglich dachte ich an relativ dünne Holzlatten, die sich im Radius der Warte biegen lassen. Allerdings wurde aus relativ dünn dann sehr dünn, einen Halt hätten diese schmalen Latten nicht mehr gegeben! Also was dann? Alu Profile biegen? Die Profilhölzer kleben? Schlußendlich war es wieder der Zufall der mir da in die Karten gespielt hat. Beim abendlichen betreten des Gartenschuppens, stolperte ich zufällig über einen Rest PE-Verlegerohr(*) das vor Jahren für die Gartenbewässerung übrig geblieben ist. Schnell wurde mir klar das ich mit diesem relativ harten aber dennoch flexiblen Material vielleicht eine Lösung gefunden habe.

Zuerst wurde aber getestet wie fest sich darin eine Schraube verbeißt. Mir fiel dabei auf das Trapezblechschrauben(*) am besten ziehen, aber auch normale Spenglerschrauben(*) halten darin wie Bombe. Perfekt!

Die Sternwarte selber ist ja innen nicht glatt, sondern zur Versteifung mit Profilen ausgestattet. An diese lassen sich auch bei Bedarf sogenannte Buchten(*) anbringen. Die PE-Rohre sollten also so dick sein, dass sie über die Profile herausragen und die Profilbretter darüber verlegt werden können.
Bestellt habe ich mir dann welche mit einem Durchmesser von 32mm, die von außen mit weißen Spenglerschrauben(*) fixiert wurden.

An die PE-Rohre konnte ich dann wie gewohnt die Profilhölzer schrauben und die nötige Verkabelung dahinter verstecken.

Die komplette Verkleidung, inklusive Verkabelung und dem anbringen der Steckdosen mit Lichtschalter und Lampe, veranschlagte nochmals einen ganzen Tag. Bei der Gelegenheit wurde auch gleich die Verkabelungen der Betonsäule in zwei halbrunde Kabelführungen(*) untergebracht, sieht einfach sauberer aus.

Falls sich der ein oder andere Fragen sollte, wieso auf der linken Seite die Ausbuchtung nicht verbrettert wurde, dass liegt an der Tatsache das ich mit der oben genannten Bucht noch nicht abgeschlossen habe. Irgendwann wird sie kommen, ob als Original oder Nachbau.
Von außen fallen die weißen Spenglerschrauben kaum auf wie ich finde und fügen sich in den Charme der rustikal wirkenden Sternwarte ein.

Inwiefern meine Maßnahmen auch Wirkung zeigen, kann ich zum jetzigen Zeitpunkt natürlich noch nicht beantworten. Bisher ist zwar alles trocken, aber die Nasskalte Jahreszeit kommt ja erst noch und da heisst es vielleicht wieder ran an die Anti-Kondenswasser-Kampagne.

CS, Dimi


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