Planetenfotografie Teil 2 – Lynkeos: Planeten Stacking mit Mac, aus Film wird Bild

Wie wandle ich mit meinem Mac ein aufgenommenes Planetenvideo in ein Gesamtbild um? Das Zauberwort hierfür heisst Stacking. Stacking bedeutet in der Astrofotografie nichts anderes als das Zusammenführung mehrerer einzelner Fotos zu einem Gesamtfoto. Dazu wird das aufgenommene Planeten Video in Einzelbilder umgewandelt und zu einem Bild überlagert. Wie ich mit dem Mac und der ZWO ASI 120MC-S Videos von Planeten mache, erfahrt ihr hier.

Für Mac führt hierfür eigentlich kein Weg an der kostenloses Software Lynkeos vorbei. Solltet ihr wie ich FireCapture für das Aufnehmen von Videos verwendet, findet ihr diese im vom FireCapture angelegten Verzeichnis.

Solltet ihr eine andere Aufnahme-Software benutzen, müsst ihr halt diese Verzeichnis suchen. Das aufgenommene Video (in meinem Fall SER) ziehe ich einfach per Drag & Drop in die „Lynkeos“ App.

Dort angekommen werden aus dem Video sofort einzelne Bilder extrahiert. Das können bei etwas mehr als zwei Minute Videomaterial gut und gerne 2000 Bilder und mehr werden.

Oben im Reiter klicke ich dann auf „Align„, anschließend muss ich rechts im Vorschaubild das erwünschte Objekt mit einem Quadrat markieren.

Jetzt kann ich, wenn ich will, noch ein Referenzbild aus den hunderten von erstellten Bildern auswählen und mit ein Häkchen in „Reference“ bestätigen.

Mit einem Klick auf „Align“ beginnt die Software die einzelnen Bilder auszurichten, sodass sie exakt übereinander liegen.

Je nach CPU Leistung kann der Prozess des „Ausrichtens“ einige Minuten in Anspruch nehmen. Wenn das erledigt ist klicke ich im Reiter auf „Analyse„.

In Analyse angekommen muss man abermals das Objekt mit dem aufziehen eines Quadrats markieren und das auswerten (analysieren) der Bilder mit einen Klick auf „Analyse“ beginnen.

Dieser Arbeitsschritt ist bedeutend schneller beendet, anschließend gibt es drei Möglichkeiten der Weiterbearbeitung:

  1. Manuell jedes unbrauchbare Bild entfernen (Kann schonmal Stunden dauern)
  2. Die App mit „Autoselect“ selber die besten Bilder wählen lassen (funktioniert ganz ok, wenn man ein Foto als Referenz gewählt hat), oder
  3. Gar nichts machen und oben im Reiter auf „Stack“ klicken

In „Stack“ angekommen muss man abermals das Objekt im Vorschaufenster markieren und mit einen klick unten auf „Stack“ alle Bilder korrekt übereinander stapeln lassen.

Danach ist das Programm auch schon fertig mit seiner Arbeit und das Herumprobieren mit „Deconvolution„, „Unsharp Mask“ und „Walvet“ beginnt.

Ich schreibe extra „Herumprobieren“ da ich im Vorhinein wirklich nicht weiß was welche Veränderung bringt. Sicherheitshalber sollte man einzelne Schritte abspeichern.

Vor und Nach der internen Bearbeitung

Das Einzige was jetzt noch zu tun ist, ist das Bild über „File„, „Save image“ an einer beliebigen Stelle abzuspeichern.

Jetzt kann man, wenn man will, mit verschiedenen Bildbearbeitungssoftwaren à la Lightroom, Gimp, Luminar oder Darktable das Tiff noch weiter bearbeiten und zusätzlich in ein „normales“ Format bringen. Bei Bedarf kann man das Bild auch drehen, denn wie wir alle wissen, wird das Objekt durch das Teleskop gedreht aufgenommen.

Zur Bearbeitung benutze ich entweder Polarr am Mac, oder das kostenlose Lightroom am iPhone. Auch hier weiß ich meistens nicht was ich tue, aber irgendwie kommt immer was dabei heraus.

Fazit

Mir ist klar das es sich bei beiden Artikeln nicht um die ultimativen Profianleitungen für Planetenfotografie handelt („Planetenfotografie Teil 1 – FireCapture: Ich, mein MacOS und die ZWO ASI 120 MC-S Astrokamera“ findet ihr hier), aber das wollte ich auch garnicht erreichen. Mir war es nur wichtig die Einstiegshürden schnellstmöglich zu umgehen und gleich zu Anfang einen kleinen Erfolg zu haben. Die Verfeinerungen im Handwerk Astrofotografie kommen dann peu à peu mit den Monaten oder Jahren.

Clear Skies

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